deutsch english
> unser Projekt > wie alles begann > über mich
> Moringa Oleifera > Aquaponik > Terra Preta
> Dezember 2016 Erntezeit der Tilapia > Aug. 2016 Ausgeführte Maßnahmen > Juli 2016 Abschied nehmen > Mai 2016 Irgendwann wird alles gut > April 2016 Besuch aus Deutschland > März 2016 Neuanfang > Dezember 2015 Weihnachtsfeier > Nov. 2015 Bau Aquaponikanlage > Oktober 2015 Aquarium in Betrieb > Jetzt gehts los ...

Jetzt gehts los.....


 

 

                                                                                                                                                           Socorro, Bucas Grande Island
Liebe Philippinen-Projekt Freunde
Die Anreise hier bis ans Ende der Welt ist schon sehr anstrengend, besonders weil wir 10 Stunden Aufenthalt in Hongkong hatten. Aber wir haben es doch gut ueberstanden und nach ein paar Tagen ist auch die Zeitumstellung  ueberwunden. Als wir in Socorro ankamen, wurden wir ueberall mit einem breiten Grinsen und mit Zurufen empfangen. Das liess uns die Anstrengungen der vergangenen Tage sofort vergessen.  Es ist schoen, Menschen um sich zu haben, die uns zeigen , dass wir sehr willkommen ist. Wir konnten auch sofort wieder das altes Haus am Ende der Bucht von Socorro beziehen und wir fuehlten uns auch gleich wieder wie zu hause.
Am 15. September hatten wir das erste Gespraech mit dem Leiter der Kooperative hier in Socorro.   Sein Name ist Dandong Tapales und ich kenne ihn schon seit etwa 6 Jahren. Vor fast 2 Jahren ist seine Frau an Krebs gestorben. Die Krankenhaus- und Arztkosten waren so hoch, dass er sein Haus und sein Land verloren hat. Er lebt jetzt nicht weit von uns in einer selbstgebauten kleinen Strohhuette. Ich hatte ihm schon vorab das Projekt per Mail geschickt und konnte ihm schnell noch mal die biologischen Kreislaeufe erklaeren. Er ist auch von unserem Projekt ueberzeugt und will es in der Kooperative allen genau erklären. Am Freitag haben wir uns dann mit seinen Mitgliedern verabredet. Um 14 Uhr sollte das Meeting  beginnen.

Um 15.15 Uhr konnten wir dann starten - Philippino time -. Ich hatte mir das schon gedacht, da es so ueblich ist in den Philippinen, 1-2 Stunden spaeter zu kommen. Wir waren aber dann doch ueberrascht, dass so viele Familien gekommen sind. Es kamen hauptsaechlich Frauen mit Kindern. Die Maenner sind bei solchen Sachen meist zurückhaltend und auch skeptisch. Wir konnten dann in einem 2-stuendigen Gepräch das Konzept den Menschen naeher bringen. Es wurden auch viele Fragen gestellt, die das Verstaendnis noch klarer machten. Einige waren sofort begeistert, andere waren skeptisch. Da die meisten Maenner ja nicht dabei waren, haben wir uns geeinigt bis zum 21. September zu warten, damit die Familien sich entscheiden koennen, ob sie sich an dem Projekt beteiligen wollen.
Ich habe schon mit dem Bau des Aquariums als Zuchtbecken fuer die Tilapia angefangen.
Marie-Claire, die uns aus Deutschland fuer drei Wochen mithelfen will, das Projekt auf die Beine zu stellen, ist auch schon eingetroffen. Sie hilft mir gerade bei dem Bau des Aquariums. Das ist gar nicht so einfach. Marie Claire hat auch unseren Flyer mitgestaltet und macht auch jetzt die Fotos. Wir sind ihr ganz dankbar, dass sie uns jetzt auch auf den Philippinen so unterstützt.
An dieser Stelle moechte ich noch mal allen Freunden und Mithelfer danken, die es uns ermoeglicht haben, das Projekt zum Leben zu erwecken. Ganz besonders meiner Schwester Josefa und natuerlich Herbert.
Fuer mich ist diese Arbeit einer der schoensten und spannensten, die ich in meinem Leben machen durfte und ich hoffe, dass wir auch allen Erwartungen gerecht werden koennen. 
Im naechsten Bericht werden wir bestimmt schon die ersten Bilder vom Aquarium und deren kleinen Pflanzbeete  zeigen koennen. Auch wollen wir die Familien vorstellen, die mit uns das Projekt umsetzen wollen. 
Liebe Gruesse aus den Philippinen
Marlyn & Georg

 

23.10.15  Hallo liebe Philippinen-Projekt Freunde              

Unser selbstgebautes Aquarium aus Glas laeuft jetzt schon seit einem Monat und wir haben auch schon 6 Tilapia eingesetzt. Unser Quellwasser so optimal fuer die Fische ist, dass wir uns entschlossen haben sie fruehzeitig einzusetzen. Zwischendurch wurde der Nitritwert dann aber doch zu hoch und wir haben deshalb einen halben Wasserwechsel gemacht. Mittlerweile koennen wir mit unserem Testlabor auch sehen, dass sich mehr und mehr Mikroorganismen einnisten und das Nitrit in Nitrat umwandeln. Ein Wasserwechsel ist nicht mehr noetig.  Vielen Dank JBL fuer die gespendeten Testlabors fuer Aquarien.  Mit dem Testlabor können wir immer die Wasserqualität
überprüfen und schnell handeln wenn etwas nicht stimmt.  

Da Tilapia Pflanzenfresser sind haben sie trotz guter Fuetterung fast alle Wasserpflanzen verputzt. Sogar die Seerose wurde nach und nach demontiert. Es sind nur noch einige Schwimmpflanzen im Becken. Alle 2 Tage wird ein Moringa-Strauch ins Becken gestellt dessen Blätter auch schnell aufgefressen werden. Wir erwarten sogar bald Tilapia Babys. Offensichtlich fühlen sich die Fische wohl.

Es sind jetzt 11 Familien, die mit uns an dem Projekt arbeiten. Ich bin sehr dankbar, dass sie viel Zeit für das Projekt aufbringen.
Zuerst haben wir auch ueber Moringa informiert, wie wertvoll diese Pflanze ist. Viele neue Moringa-Stecklinge sind jetzt gepflanzt worden.  Wir konnten die Familien ueberzeugen , dass sie jetzt taeglich Moringa in ihren Speisezettel aufnehmen oder die Blätter pur essen. Einige Frauen berichteten auch schon, dass sie sich besser und kraftvoller fuehlen.Beim 2. Treffen haben wir das Thema Terra Preta durchgenommen. Meine Frau Marlyn hat  den Frauen praktisch gezeigt, wie man Bukaschi herstellt, und dass die Holzkohle einen entscheidenden Anteil am Erfolg hat. Jeder hat dann einen Eimer mit Deckel bekommen um zu Hause selbst Terra Preta her zu stellen. Wir haben aber schon gehoert, dass nur wenig Bioabfaelle anfallen. Darum haben wir überlegt, dass sich einige Familien zusammen tun um eine groessere Tonne zu fuellen. Die muessen wir aber erst noch in Surigao besorgen .
Vor ca.3 Wochen sind wir dann mit der Teichanlage angefangen. Wir haben ein Grundstueck in der Nähe einer Quelle ausgewaehlt, um im Notfall auch gutes Teichwasser zu haben.  Der Boden ist sehr lehmig und mit grossen Lehmsteinen durchzogen. Das machte die Ausschachtung extrem schwierig. Die 2. Schwierigkeit ist der sehr abschuessige Boden. Da ich mich in Deutschland auch mit Earth Bag Haeusern beschaeftigt habe, kamen wir auf die Idee das abschuessige Gelaende mit Lehm gefuellten Reissaecken auszugleichen.Earth Bag ist eine super Technik um kostenguenstig fantasievolle Haeuser zu bauen.  Die Maenner hier waren auf jeden Fall von der Methode begeistert . Vielleicht bauen wir hier mal ein kleines Haus mit dieser Technik. Die Ausschachtungen sind jetzt fertig und wir sind alle erschoepft. Die Fundamente der Pflanzbeete sind noch nicht fertig, aber das ist nicht mehr so arbeitsintensiv.  Am Samstag soll die Teichfolie ausgelegt werden und am Montag werden wir wohl nach Surigao fahren um das Rohrsystem fuer das Folienhaus zu kaufen.

Das war fuer uns und den Familien ein sehr anstrengender Monat und ich bin allen sehr dankbar fuer die tolle Mitarbeit.  Für die Familien bedeutet es viel zusaetzlich unbezahlte Arbeit neben der Alltagsarbeit, die die Grundversorgung sichern soll.

Wir haben auch noch ein kleines Video von einem Jungen der ein Lied zum Projekt gedichtet hat. Hoffentlich schaffen wir es, das Video auf die Website zu transportieren.

liebe Grüße und bis bald

Georg und Marlyn 

 

Ende November 2015

Hallo liebe Philippino-Projekt-Mitstreiter

Wir haben es fast geschafft, unsere Aquaponikanlage wird in den nächsten Tagen in Betrieb gehen. Nach vielen und teilweise starken Regentagen zeigt sich jetzt wieder ein bisschen mehr die Sonne und wir kommen dadurch etwas zügiger voran. Das Foliendach ist fertig gestellt und auch das philippinische Nepadach für die Teichanlage ist fertig. Zwei Pflanzbeete sind auch schon gebaut. Vielleicht schaffen wir es sogar schon morgen sie mit Korallenbruchstücken zu füllen. Teilweise finden wir sie hier an unsere Quelle aber wir müssen sie auch von weiter heranschaffen. Ich war doch wieder sehr überrascht, über die große Menge an Füllmaterial für die Pflanzbeete.
Auch Kokosfasern, die hier im Dorf genutzt werden, sollen darin zum Einsatz kommen.
Wenn alles klappt, wird auch morgen die Teichpumpe zum 1. Mal anlaufen.

Unser Tilapia-Nachwuchs macht sich auch prächtig. Ich denke sie haben ihr Gewicht schon vervierfacht und das in nur einem Monat. Das Futter, das wir auch selbst herstellen, scheint ihnen zu bekommen und sie mögen es auch sehr!  

Alle sind schon gespannt darauf, das erste Aquaponikbeet zu bepflanzen. Das wird aber noch etwas dauern, bis die Fische, die wir im Dezember einsetzen genügend Nitrat produziert haben. Die Mikroorganismen müssen sich für den Kreislauf auch schon entsprechend eingenistet haben...

Da wir alle so ungeduldig sind, haben wir schon mal einen Versuchsgarten mit TerraPreta angelegt. Die ersten Kübel TerraPreta haben wir in den schweren, lemigen Boden eingebracht und Erdhügel darüber aufgehäuft. Heimische Samen, aber auch aus Deutschland importierten Samen ausgesät: Paprika, Tomaten, Möhren, Aubergine, Kohlrabi - den man hier noch gar nicht kennt, sprießen schon. Leider hat aber auch der starke Tropenregen einiges wieder weggespült. Wir werden sehen, ob alles gut weiter wächst und Früchte bringt.


In einem anderen Versuchsbeet haben wir angespültes Seegras aus dem Meer  gewaschen und in den Boden eingearbeitet. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Beet entwickelt.In den Wintermonaten wird an den Stränden sehr viel Seegras angespült und wenn wir das als Dünger nutzen können, wäre das ideal.Aber Geduld muss man hier schon haben.Unsere TerraPreta-Produktion konnte auch sehr gesteigert werden, da wir jetzt die Gemüseabfälle von 2 Marktständen aus dem Dorf bekommen.Wir haben auch schon viele Moringastecklinge eingepflanzt und sie treiben gut aus. Im nächstes Jahr können sich die Familien schon selber ausreichend mit den gesunden Blättern versorgen.Ob es bis Weihnachten schon etwas zu ernten gibt? Wir werden sehen - schaut mal wieder rein.....




Herzliche Grüße aus den Philippinen

Georg + Marlyn


Ende Dezember 2015


Hallo liebe Philippinen-Projekt Freunde
Wir hoffen, dass ihr auch schoene Feiertage hattet. Wir hatten hier am 23.12. eine kleine Weihnachtsfeier mit den Familien der Genossenschaft. Damit es auch ein richtiges Fest war, hat Marlyn fuer jede Familie eine Ueberaschungstuete gepackt. Darin war Reis, Dosenfisch und Seife .

Die Familien haben sich sehr darueber gefreut - es fehlt einfach immer am Noetigsten. Jeder hatte auch, so gut er konnte, etwas zum Weihnachtsessen beigetragen. Zum Abschluss gab es noch eine Sahnetorte, die bei allen sehr gut ankam, obwohl es nur ein sehr kleines Stueckchen fuer jeden gab.
Wir hatten aber auch einen weiteren Grund zum Feiern

 

Die Aquaponikanlage ist in Betrieb gegangen und wir konnten noch 150 groessere Tilapien von 5-10cm dazukaufen. Auch im Terrapreta-Garten wachsen die ersten Gemuesepflanzen und Moringabaeumchen.
In der ersten Neujahrswoche haben wir dann das erste Pflanzbeet der Aquaponikanlage mit Salat und Paprika bepflanzt. Bis jetzt macht sich der Salat sehr gut.
Wir haben hier gerade Regenzeit - es regnet daher oft sehr stark. Den Pflanzen im Terrapreta–Garten macht das sehr zu schaffen. Der Boden ist zu nass und einige Pflanzen fangen an zu faulen. Andere werden von Insekten befallen. Die Buschbohnen, die toll aussahen und schon Fruechte hatten, gehen immer weiter zurueck. Nur einige inheimische Pflanzen, wie Suesskartoffeln, Kasaba und eine Bohnenart, wachsen zur Zeit sehr gut. Bis jetzt konnten wir noch weitere 2 Beete der Aquaponikanlage mit Kuerbis, Auberginen, Zucchini, Pitschai und Bohnen bepflanzen. Jetzt muessen wir warten, dass auch unsere Fische gut wachsen und genuegend Nitrat produzieren.
Den Fischen geht es auch sichtlich gut. Sie fressen gierig ihr Futter, auch die Algen im Wasser. Wasserpflanzen konnten wir auch an einem grossen See bekommen. Gestern haben wir den ersten Nachwuchs in der Anlage beobachten koennen. Wir werde uns wohl Gedanken machen muessen, wie wir eine Bevoelkerungsexplosion in der Anlage vermeiden koennen. Aber wir haben da auch schon eine gute Idee. Das aber beim naechsten Mal.

Liebe Gruesse von den Philippinen

Marlyn & Georg
  

März 2016                                   

Liebe Philippinen-Projekt Freunde

Als ich beim letzten Bericht über Nachwuchs und Überbevölkerung gesprochen habe, wussten wir noch nicht, dass sich eine Katastrophe in der Aquaponikanlage  anbahnte. 2 Tage nachdem wir neue Fische aus der staatlichen Zuchtanstalt fuer Tilapia eingesetzt hatten, fanden wir plötzlich 3 tote Fische im Becken. Das war noch nie passiert. Wir konnten aber keinen Grund für das Sterben der Fische finden. Sie sahen so weit gesund aus und die Wasserwerte waren alle sehr gut. Am 3. Tag gab es weitere tote Tilapia. Ich war entsetzt, da Tilapien als sehr robust gelten. Nach einer Woche wurde uns klar, dass wir sehr aggressive Bakterien in unserer Anlage hatten. Mit einem Wasserwechsel war das Fischsterben nicht auf zu halten. Wir haben uns ans Fischereibüro in Surigao gewandt und auch an die Zuchtanstalt, wo die neuen Fische herkamen, leider ohne Antwort. Wir haben tote Fische eingefrohren und nach Surigao zur Untersuchung gebracht. Leider auch von dort bis heute noch keine Antwort erhalten. Medikamente, die wir in einem Aquaristikshop in Surigao bekamen, haben leider auch nicht geholfen. So haben wir für unsere Fische erst mal ein Quarantänebecken eingerichtet. Aber dann kam Hilfe aus unserer Heimatstadt Kleve. Dank großer fachlicher Kompetenz und Hinweise vom Leiter des Zoomarktes im Klever Hagebaumarkt konnten wir die letzten 20% unserer Tilapien retten. Seit 10 Tagen haben wir keinen toten Fisch mehr in unserem Quarantänebecken. Vor 5 Tagen haben wir auch 50 neue Tilapien in die Aquaponikanlage eingesetzt . Auch dort ist wieder alles gut.

Das waren 4 traurige, harte Wochen des Ausharrens und Hoffens . Auch für die Mitglieder unserer kleinen Genossenschaft war es nicht leicht den Mut zu verlieren. Aber der Leiter Dandong , der von dem Projekt sehr begeistert ist, hat uns alle ermutigt durch zu halten. Jetzt freuen wir uns wieder, dass es mit der  Aquaponikanlage weiter geht. Leider sind auch die Pflanzen in der Anlage zum grossen Teil eingegangen oder nicht gewachsen. Die Versorgung der Pflanzen durch die Fische mit Nitrat und Phosphor war natürlich ausgefallen. Das ganze Drama hat uns 3 Monate unserer Arbeit gekostet. Aber jetzt haben wir auch wieder viel dazu gelernt und weiter gehts…..Ich hoffe, dass bald wieder alles gut eingespielt ist und wir die nötigen Nahrungsmittel ernten können.



In unserem Versuchsgarten sieht es ganz gut aus. Es macht Spass zu beobachten, wie die deutsche Paprika und auch der Kohlrabi wächst. Kohlrabi ist hier nicht bekannt und ich freue mich schon unseren Freunden zu zeigen, wie man das Gemüse zubereiten kann. Die einheimischen Pflanzen wachsen gut  auf der TerraPreta Erde. Wir haben zur Zeit Aubergine, Tomaten, Petchay, Okra Kürbis  und Bohnen angepflanzt. Aubergine und Paprika können wir bald ernten. Leider sind unsere deutschen Tomaten, obwohl sie schon kleine Fruechte hatten eingegangen. Auch ein grüner kleiner Wurm macht uns zu schaffen. Der verputzt in einer Nacht eine ganze Petchaypflanze. Wir suchen täglich die Blätter ab, aber am nächsten Tag sind wieder neue Würmer da….




Da die meisten Mitglieder unserer Gruppe kein Land besitzen, haben wir Land in den Bergen zur Bewirtschaftung beantragt.
Es gibt sogenanntes “Timberland“ hier in Bukasgrande, das die Regierung zur Verfügung stellen kann.
Wir haben gute Aussichten Land hier in der Nähe,
sogar mit einem Bach zu bekommen. Dann können wir dort eine richtige Farm mit Gärten, einer Aquaponikanlage, Fruchtbäume und Moringabäume aufbauen. Das ist auch der Traum von unserem Gruppenleiter Dandung Tapalis. Ich hoffe, dass dieser Traum für unsere Gruppe wahr wird. Und ich hoffe, dass unser naechster Bericht ohne Katastrophe auskommt.

Bis bald

Marlyn & Georg




April 2016

Bericht des Stiftungsgründers der H. Looschelders Sozial- u. Ökologiestiftung und seiner Lebensgefährtin in Bucas Grande
 
März bis Mitte April waren wir von der Sozial- und Ökologiestiftung für zweieinhalb Wochen  zu Gast bei Georg und Marlyn in Bucas Grande, um uns über unsere Projektfortschritte zu informieren.
 
Die Probleme um die sterbenden Tilapiafische wollten es kein Ende nehmen. Trotz des Quaratänebeckens starben auch hier fast täglich weitere Tilapiafische, was  sehr frustrierend war. Regelmässige Wasseruntersuchungen, die Dandung sehr gewissenhaft durchführte und dokummentierte, zeigte eine gute Wasserqualität. Dandung ist der Vorsitzende der Kooperative aus den umliegenden Bewohnern, die für das Projekt einsteht.
Erstaunlich war, dass die wenigen Karpfenfische die gemeinsam mit in dem Becken der Tilapiafische heranwuchsen, keinerlei Schaden von dem wohl eingeschleuster Bakterium  aus der Fischfarm erlitten. So reisten wir alle zusammen erneut zu der 2 Reistage entfernten Fischfarm und erblickten auch da dasselbe Fischsterben. Wir entschieden uns nun für den Kauf von 100 kleinen Karpfen mit der Hoffnung, dass der Keim ihnen nichts antut. Aktuell, nach ca. 6 Wochen scheint es erfolgsversprechend zu sein, was uns allen wieder etwas Mut macht. Auch das Sterben der Tilapiafische ist zurück gegangen.
Georg erwähnte schon im letzten Bericht, dass wir die toten Tilapiafische nach Surrigao zur Untersuchung ins Labor brachten. Allerdings noch ohne Ergebnis, trotz ständigem Nachhaken und Nachfragen. Es ist nahezu etwas grundsätzliches hier, dass ohne Bestechungsgelder kaum was läuft.
 


Sehr erfreulich war das Treffen mit der Kooperative, mit gemeinsamen Kochen und Essen. Jeder brachte etwas mit und half mit und wir hatten eine wunderbare grosse Tischtafel, ausgelegt mit Bananenblättern, auf denen Reis, Fisch und Gemüse, z.t. vom Versuchsgarten der Kooperative, dargeboten wurde. Dandung, der das Bindeglied zwischen uns vom Aquaponikprojekt und der Kooperative ist, ließ, nach einer kleinen kurzen Rede, alle zu Wort kommen bzgl. Wünschen und Vorstellungen der weiteren Entwicklung   des Projektes. Zuvor hatten wir uns als Stiftung, die das Projekt fördert, zusammen mit Georg, Marlyn und Dandung  zusammen gesetzt und  Pläne zur Weiterentwicklung des Projektes überdacht.
 
Dazu gehört auch, wie im vorigen Bericht schon angedacht, der Aufbau einer Moringafarm und die Möglichkeit Land dafür für die Bewirtschaftung vom Staat zu bekommen. Da gerade Wahlen anstehen, hoffen wir auf ein gutes Ergebnis, was die Chancen steigen lassen, eine Moringaplantage aufbauen zu können d.h. Land zur Bewirtschaftung zu bekommen. (Wie sich einige Wochen später herausstellte, hat die Gruppe, der sich Dandung angeschlossen hatte, die Kommunalwahlen leider verloren und die Clique, die bisher an der Macht war, hat die Macht behalten - teilweise mit Hilfe hoher Bestechungsgelder. Auch der neue Präsident lässt nichts Gutes ahnen: er wird in seiner Art mit Donald Trump verglichen)
 
Für die Kooperative fühlte sich geehrt, dass Leute von der Stiftung aus Deutschland vor Ort waren, die Projekt ernst nehmen und damit den Menschen auch Respekt erweiseb. Jedoch wissen wir, dass es noch ein weiter Weg ist und die Mitglieder selbst zum eigenständigen Handeln  ermutigt werden müssen. Dandung als gelernter Agrarfachman ist ein sehr hilfreicher und dankbarer Vertreter  und kann es als Philippinier seinen Landsleuten überzeugend vermitteln, wie eine Selbstversorgung sinnvoll auf die Beine gestellt wird. Georg und Marlyn stehen mit ihm in einem engen Kontakt, was für beide Seiten eine fruchtbare Beziehung darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass Georg und Marlyn, die im Juni nach Deutschland, das Projekt immer mal wieder besuchen und mit ihrem Knowhow und Engagement unterstützen können.
 
Unser Versuchsgarten ist eben ein Versuchsgarten. Am besten gedeihen z. Zt. die Auberginen auch wenn kleine weiße Fliegen sie auch sehr zu scheinen mögen.
Paprika und Tomaten in unserer Aquaponikanlage fangen auch wieder an zu wachsen. Wir hoffen, dass sich der Kreislauf schließt und Fisch, Moringa und Gemüse sich gegenseitig ergänzen. Da wir einen festen z.t. Undurchlässigen Lehmboden haben hatten wir ja mit dem Ansetzen der Komposterde begonnen. Weiterhin beziehen wir Gemüseabfälle vom hiesigen Markt und unsere Würmer scheinen sich darin wohlzufühlen.

Zusammen mit dem frisch eingesammelten Seetang, den uns täglich die Flut bringt und mit Ziegenkot gewinnen wir einen fruchtbaren Boden. Und sehr erfreulich ist, dass - wie wir hörten - nach unserer Abreise Ziegennachwuchs  die Herde  nun auf insgesamt 7 Ziegen erweitert hat,  jeden Morgen zum Fressen ausgeführt werden, u.a. um fruchtbaren Dung zu erzeugen.
    




Herbert Looschelders  -  Birgit Hauck

 





May 2016

“Irgend wann wird alles gut”
Das war der Satz meiner aeltesten Tochter Pia vor einigen Monaten, der auch zutreffend fuer unser Projekt geworden ist.
Das tötliche Bakterium in der Aquaponikanlage ist endlich bekämpft. Wir haben zur Zeit etwa 300 gesunde Tilapien in der Anlage, die putzmunter alles fressen, was wir ihnen anbieten. Das alte Quarantaenebecken nutzen wir jetzt fuer die Aufzucht unserer 300 Tilapiababys, die nach und nach in die grosse Anlage kommen sollen. Unsere groesseren Tiere bekommen viel Nachwuchs, und wir fischen die Kleinen für die Aufzucht heraus damit sie nicht von den anderen Fischen gefressen werden. Auch in unserem Aquarium tummeln sich bis zu 4 cm grosse Tilapien.
Das zweite Pflanzbecken haben wir fuer die Aufzucht von Wasserpflanzen umfuktioniert. So koennen wir taeglich bis zu 500 g Futterpflanzen produzieren. Es sind Duckweed und Azula, die die Fische am liebsten fressen. In den Pflanzbecken sieht es auch zunehmend besser aus. Unsere Tomaten haben jetzt die ersten Fruechte und auch andere Pflanzen wie Petchay, Kangkong, Obergine und China Salat wachsen gut. Nach und nach versuchen wir mehr verschiedene Sorten in die Anlage an zu pflanzen. Mit Bohnen haben wir hier leider noch kein Glueck gehabt.
Auch im Garten sieht es mit Bohnen schlecht aus.  Am besten waechst hier die Obergine, einige Kilos konnten wir bereits davon ernten. Wir giessen jetzt auch woechentlich den Garten mit Mikroorganismen der Firma Micro Veda, damit sich der Humusaufbau erhoet  und die Pflanzen wiederstandsfaehiger und vitaler werden. Da unser Gartenboden noch nie als Pflanzboden  bearbeitet wurde und so gut wie keinen Humus enthaelt, ausser die neuen fermentierten Kuechenabfaelle (TerraPreta) die wir eingebracht haben, unterstützen diese Mikroorganismen den Boden sehr gut. Es wird wohl noch etwas dauern um einen guten und ertragreichen Kulturboden zu erhalten .
Viele  Mitglieder unserer Gruppe sind jetzt auch angefangen kleine Gaerten dort wo es möglich ist anzulegen. Leider hat die Kooperative noch kein Land von der Regierung bekommen, wo wir eine Farm oder  groessere Gaerten anlegen koennen. Es ist sehr schwierig mit den Behoerden zu kooperieren, besonders hier in Socrro. Bei den letzten Buergermeister Wahlen sind Milionen Peso an die arme Bevölkerung an Bestechungsgelder bezahlt worden um die Wahl zu gewinnen.
Wir hoffen aber, wenn die neue Regierung sich eingearbeitet hat, dass die Kooperative ein paar Hektar Land in den Bergen bekommen werden.
Da die Aquaponikanlage und der Garten jetzt schon fast ausschliesslich von unseren einheimischen  Freunden betreut wird,
ist es fuer uns an der Zeit auch wieder Abschied von den Philippinen zu nehmen. 
Unsere Heimfluege sind schon fuer Juni gebucht . Wir werden natürlich weiter in engem Kontakt mit unserem Gruppenleiter Dandung bleiben und auch über den weiteren Verlauf des Projektes hier berichten.  Fuer uns war es eine sehr lehrreiche aber vor allem sinnvolle und glückliche Zeit hier auf den Philippinen dieses Hilfsprojekt begleiten zu dürfen. 
Marlyn und ich werden unsere alten und neuen Freunde hier in den Philippinen sehr vermissen.
bis bald

Georg und Marlyn

 

 

July 2016

Seit dem 14. Juni als Georg und Marlyn nach Deutschland zurueck  geflogen sind,trage ich in meinem Herzen , dass wir eines Tages   Fisch und Gemüse in guter Qualitaet für unsere Familien produzieren koennen. Dieses inspiriert mich geduldig mit unserem Aquaponik-Projekt zu arbeiten. Auch wenn ein oder zwei Fische im Monat an einer unbekannten Ursache gestorben sind, weiss ich ,dass das normal ist und dass unser Projekt zurueck zu den Naturkreislaeufen der Erde erfolgreich sein wird.   Es inspiriert mich auch, wie unsere Deutschen Freunde uns bedingungslos unterstuetzen, bis sich das Projekt selbst traegt und eine Familie davon leben kann.  Vielen Dank an allen unseren  Freunden , an den Hand in Hand Fonds und der Herbert Looschelders Stiftung.

I.durchgeführten Maßnahmen

-Tägliche Fütterung von Tilapia , einmal morgens und einmal am Nachmittag .                                           

-Überwachung der Rezirkulation von Teichwasser und Pflanzbeeten.

-Monatliches  Wasser auffüllen des Teiches mit       Teilwasserwechsel                                                               

-zwei mal im Juli und ein mal im Juni kam die Motorpumpe zum Einsatz bei Stromausfall

-Monatliche Teichwasseranalyse :

- Ein Pflanzbeet wurde mit Kangkong (Gemuese) bepflanzt

- Gruppenbesprechung ein Mal im Monat mit Arbeiten im Garten

 -Bewaesserung der Pflanzen an heissen Tagen

        

 

PROBLEME im Projekt         

-gelegentliches  Sterben einzelner Fische  (kleiner Karpfen von großen Tilapia gefressen )

- ein großer Karpfen tot,  mit viel Eier

-Pechay und Kopfsalat wachsen im Pflanzbeet gut, aber alle sind von grünen kleinen Raupen befallen .                 

-veile der schwarzen kleinen Fliegen und weiße, pulvrige Insekten ( APIDs )

-Aubergine sind ebenfals von Insekten und Maden befallen.

 

Projektleiter

Diosdado M. Tapales

 

 August 2016

Ausgeführten Maßnahmen

-Tägliche Fütterung von Tilapia, einmal morgens und einmal am Nachmittag.
-Überwachung der Rezirkulation Teichwasser und Pflanzbeete.
-Monatliches  Wasser auffüllen des Teiches mit Teilwasserwechsel
-Re-Zirkulierung des Teichwassers durch Benzin  Pumpe während eines Stromausfalls einmal im letzten August

-in zwei Pflanzbecken wurden Kangkong Gemuese und Tomaten gepflanzt, ein    Pflanzbecken mit Paprika
-Gruppensitzung und Gruppenarbeit am Projekt.
-Bewaesserung der Pflanzen im Garten an heißen Tagen.
- Reparatur von 2 Pflanzbecken.
- Aufzucht von Jungpflanzen fuer die Pflanzbeete.
- Naechtliche Beleuchtung der Insektenfalle brachte kaum Erfolg                                                              

           

Probleme im Projekt
-Noch vereinzeltes Sterben von  Fischen ,hauptsaechlich Karpfen
-Viele Insekten,schwarze und weisse Fliegen an Kangkong Pflanzen.
- Aubergine sind am Stamm und an den Fruechten  von Wuermern befallen

 Projektleiter

Diosdado M. Tapales

 

December 2016

Erntezeit der Tilapia

Der Monat Dezember ist in Socorro auch Anfang der Regenzeit.Das fuehrt hier dazu, dass die Pflanzen im Garten langsamer wachsen . Einige Gemuesearten fangen auch an zu faulen, weil der Lehmboden sich so voll Wasser gesogen hat. Trotzdem bringen wir neun Humus in die Beete ein und pflanzen neue Saemlinge ein, wie Bohnen und Okra. Fuer die Bohnen haben wir ein Klettergeruest aus Bambuszweigen errichtet. Mit dem Bukaschi im Boden und den Biologischen Duenger , den ich waerend einer  Konferenz ueber oekologischen Landbau in Manila gekauft habe, wachsen die Saemlinge gut heran.

Am 15.Dezember 2016 war es dann endlich so weit. Die Tilapia Fische konnten zum ersten Mal geerntet werden. 

Es wurden mit grossmaschigen Netzen nur die groesten Fische aus der Aquaponikanlage gefischt. Wir waren alle sehr ueberascht, dass es insgesamt 15kg waren. Davon gab es 4 Fische ,die ein Gewicht von je ueber 1kg hatten. Ein Teil des Fangs wurde an unsere Mitglieder der Cooperative gerecht verteilt. 1,5kg wussten wir an einen Nachbarn im Dorf verkaufen,der unbedingt die Fische probieren wollte. Der groesste Anteil aber war die Grundlage fuer unser Weihnachtsfest der Cooperative zum Essen gab es natuerlich Reis,Gemuese aus unserem Garten, und Tilapia in verschiedenen Variationen. Kinilaw,(roh mit essig  ,Zwiebeln und Chili) , gegrillt und gebraten in einer suess,sauren Sosse. Wie es bei uns so ueblich ist, wurden natuerlich alle Reste eingepackt und mit nach hause genommen. Es war ein sehr schoener Tag fuer uns  alle. Ich hoffe , dass auch ihr ein froehliches und gesegnetes Weihnachtsfest hattet .

Liebe Gruesse an alle Freunde in Deutschland